Wie wird aus einem städtebaulichen Entwurf ein verständliches Gespräch über die Zukunft eines Ortes? Beim Dialogmarkt „Herzstück Ötigheim“ am 3. Mai 2026 kamen rund 400 Menschen in der Mehrzweckhalle zusammen. Sie informierten sich über die neue Ortsmitte, stellten Fragen und brachten eigene Hinweise ein.
Das Projekt: Eine neue Mitte für das Gemeindeleben
Die Ortsmitte soll Raum für Begegnung, Aufenthalt, Freizeit und öffentliche Nutzungen bieten. Grundlage ist der Siegerentwurf eines mehrstufigen städtebaulichen Wettbewerbs, der die Ziele des Gemeindeentwicklungskonzepts konkretisiert. Freiräume, Rathaus, Schule, Antoni-Haus und Mehrzweckhalle müssen dabei im Zusammenhang betrachtet werden.
Die Herausforderung: Komplexe Planung trifft auf Alltagserfahrung
Ein Gesamtentwurf wirft viele konkrete Fragen auf: Wo finden Vereine künftig Platz? Wie funktionieren Wege und Anlieferung? Was bedeutet die Umgestaltung für die Nachbarschaft? Und wie lassen sich lebendige Treffpunkte mit Ruhe, Schatten und guter Erreichbarkeit verbinden?
Zugleich brauchten die Teilnehmenden Klarheit darüber, was bereits entschieden war und wo ihre Hinweise die weitere Planung noch beeinflussen konnten. Das Veranstaltungsformat sollte einen fundierten Überblick und persönliche Gespräche ermöglichen – auch für Menschen, die nur kurz vorbeischauen wollten.
Unsere Lösung: Ein offener Informations- und Dialogmarkt
Unser Ansatz verband kurze Einführungen mit frei zugänglichen Themenständen. Zwei Vortragsrunden erläuterten die Entwicklungsziele, das Wettbewerbsverfahren und die Leitideen des Siegerentwurfs. Anschließend konnten die Besucher:innen die für sie wichtigen Themen vertiefen.
An den Ständen kamen sie direkt mit den beteiligten Architekturbüros und Vertreter:innen der Gemeinde ins Gespräch. Pläne, Informationstafeln und ein großformatiger Bodenplan machten räumliche Zusammenhänge anschaulich. Fragen, Anregungen und Kritik wurden festgehalten.
Die offene Gestaltung mit einem Zeitfenster von 13 bis 16 Uhr erleichterte die Teilnahme. Der Dialogmarkt war in den autofreien Sonntag eingebettet und ließ sich mit dem parallel stattfindenden Pfarrfest verbinden.
Das Ergebnis: Konkrete Hinweise für die weitere Planung
Die Rückmeldungen reichten von Ideen für gemeinschaftlich genutzte Räume und einen grünen Dorfplatz bis zu Fragen nach Parkplätzen, Bauphasen und Lärmschutz. Auch Schatten, Spielangebote und die Ausstattung der Mehrzweckhalle wurden angesprochen. Neben Zustimmung zum Gesamtentwurf gab es kritische Hinweise und unterschiedliche Vorstellungen.
Die Beiträge wurden nach Themen gebündelt. Sie zeigen, welche Anforderungen und Zielkonflikte in der weiteren Planung geprüft und abgewogen werden müssen. Die Veranstaltung war damit ein Baustein im laufenden Entwicklungsprozess der Ortsmitte.
Was den Dialogmarkt auszeichnet
Das Format verbindet verständliche Information mit persönlichem Austausch. Menschen wählen ihre Themen selbst, können direkt nachfragen und ihre Alltagserfahrung einbringen. Entscheidend sind klar benannte Gestaltungsspielräume, eine nachvollziehbare Dokumentation und die Rückmeldung, wie mit den Hinweisen weitergearbeitet wird.



